Der Mai mit den Bienen

Zu meinen im letzten Artikel zwei erwähnten Völkern sind nun weitere zwei hinzugekommen. Meine angepeilte Menge an Völkern ist nun für diese Jahr erreicht. Leider entwickelt sich in diesem Jahr das Wetter nicht imkergerecht, was zur Folge hat, dass die Bienen bei der Kälte und dem Regen zum Innendienst verdonnert werden und in dieser Zeit natürlich keinerlei Pollen und Nektareintrag haben.

Dennoch sind nach knapp 1,5 Monaten die ersten Honigräume zu knapp 80% gefüllt und die zweiten Honigräume auch seit knapp 4 Wochen zum weiteren Ausbau der Mittelwände aufgesetzt. Ersten Schätzungen nach, sollte zum aktuellen Zeitpunkt nun knapp 65kg Honig/Nektar über alle 4 Völker hinweg eingetragen sein. Bevor die Schleuder angeworfen werden kann, will ich allerdings erst das Ende der Rapsblüte abwarten und die Bienen müssen den Wassergehalt des eingelagerten Honigs erst reduzieren, damit sie die Zellen mit Wachs verdeckeln können. Erst eine zu mindestens 2/3 Verdeckelte Honigwabe ist Schleuderreif. Sicherheit bring die Kontrolle mit einem Imker Refraktometer.

Enthält Honig durch eine frühe Schleuderung oder langem offenen Luftkontakt einen zu hohen Wassergehalt, beginnt der Honig in den Gläsern zu gären. Die Haltbarkeit hängt also hauptsächlich davon ab, einen Wassergehalt von unter 18% zu erreichen.

Aktuell peile ich Mitte Juni als  ersten Schleudertermin an, in der Hoffnung, dass die durch das schlechte Wetter verursachte ‚Trachtlücke‘ möglichst gut ausgeglichen wird.

Wabenüberbau mit Polleneintrag
Wabenüberbau mit Pollen und Nektareintrag

Zur Völkerführung mache ich aktuell wöchentlich eine Schwarmkontrolle bei allen Völkern. Gedenkt ein Volk, sich teilen zu wollen, um Platzmangel auszugleichen oder dem natürlichen Schwarmtrieb nachgehen zu wollen, zieht es sich in sog. Weiselzellen eine oder mehrere Königinnen nach. Dazu wird an den Waben, vorzüglich an den Ecken der Wabe oder den Bodenseiten der Rähmchen eine spezielle Königinnenzelle angebaut. Diese wird im unbestifteten Stadium, also wenn sich noch kein Ei in der Zelle befindet, ‚Spielnäpfchen‘ genannt. Für den Imker noch kein Grund zur großen Besorgnis. Erst eine bestiftete Zelle wird Weiselzelle oder Schwarmzelle genannt. Ist der Imker nicht mit der Teilung des Volkes einverstanden und will keine Ableger bilden, bricht er bei der Durchsicht alle gefundenen Spielnäpfchen und Weißelzellen heraus.

 

Idr. führen Imker ihre Völker zweizargig. Dabei besteht die Möglichkeit eine sog. ‚Kippkontrolle‘ durchzuführen, was bedeutet, dass sie nur die 2. BR- Zarge hinten anheben/kippen. Dann kann mit einer  Taschenlampe bequem zwischen die Bruträume geschaut werden. Leider ist dann beim Auffinden einer einzelnen Schwarmzelle trotzdem eine komplette Kontrolle notwendig.

Ich führe meine Völker mit nur einem Zanderbrutraum.  Ein, wie ich weiß, sehr umstrittenes Thema. Aber hier zeigt sich für mich, als Anfänger schon eine kleine Erleichterung, nicht gleich 20 Rähmchen untersuchen zu müssen, sondern nur 10. Die Quetschgefahr für die Königin sinkt dabei auch. Bis jetzt bin ich mit der einzargigen BR-Betriebsweise noch recht zufrieden.

Die ersten Durchsichten gestalteten sich als mühselig und zeitintensiv, bis alle Rähmchen durchgesehen waren und ggbf. Wildbau an den Unterseiten der Rähmchen entfernt war. Gefühlte 45 Minuten pro Volk waren bei den ersten Durchsichten nicht unüblich. Inzwischen merke ich aber eine gewisse Routiniertheit und Ruhe. Der Zeitaufwand wird geringer und die Ausfallzeiten des Smokers, der anfangs gerne mal erlosch, sinken auch 🙂

Die Drohnenrahmen werden zur Varroabekämpfung nach der Verdeckelung entnommen, ausgeschnitten und im Sonnenwachsschmelzer geschmolzen. Dunkle Brutrahmen, wenn sie denn mal größtenteils ohne Brut sind, werden durch Rähmchen mit Mittelwänden ersetzt, um das Durchschnittsalter der Rähmchen zugunsten der Krankheitsvorbeugung zu senken.

Die ersten 200 Neutral-Honiggläser sind bereits eingetroffen (3/4 500ml und 1/3 250ml), weiteres Honigverarbeitungsmaterial (Abfülleimer mit Quetschhahn, mehrere Lagerbehälter, Doppelsieb und Rührgerät) sind auch schon angeschafft. Fehlt noch das Etikettendesign für die Gläser.

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Gewichtsentwicklung

Die Imker-Fachliteratur spricht häufig davon, dass gerade Anfänger den Begriff  ‚Völkerführung‘ zu streng auslegen und durch ihre Eingriffe oftmals dem Volk nichts gutes tun. Trotzdem interessiert es mich natürlich, wie sich das Volk bzw. der Honigeintrag in der Beute entwickelt. Erfahrene Imker sind in der Lage, durch das Anheben der Zarge festzustellen, wie viel Futter im Winter/Frühjahr noch in der Beute verblieben ist oder ob die Honigräume bereits am Ende Ihrer maximalen Füllmenge angelangt sind.

Leider fehlt mir, als Anfänger diese Erfahrung und Feinmotorik. Aber eine Wage verschafft schnell Gewissheit.

Mein Ansatz an das Monitoring meiner Völker ist nicht der, das genaue Gewicht der Honigräume zu ermitteln sondern der, den Verlauf der letzten Tage/Wochen zu sehen. Dazu hake ich die Wage in den Zargengriff ein und hebe die Zarge 1 cm. an.

Der ermittelte Wert dient lediglich einer Verlaufskontrolle!

Zur anschließenden Erfassung der Werte habe ich mir eine kleine Anwendung geschrieben, die die Werte entgegen nimmt, in eine Datenbank schreibt und daraus anschließend eine Grafik generiert.

Daraus konnte ich schnell schließen, dass ein Volk trotz aktueller Blütentracht keinerlei Gewichtszunahme hatte, die anderen Völker jedoch deutlich. Wie schon befürchtet, hatte es mit einem zu engen Absperrgitter zu tun, das ich geschenkt bekommen hatte. Dieses Volk hat anschließend ein neues Metallgitter bekommen und anschließend den Honigraum prompt angenommen.

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