Xenon-Brenner

Da ich schon meine kleinen ‚Problemchen mit den Themen Zündgerät , Steuergerät hatte, liegt es natürlich nahe, dass ich mich noch den Xenon-Brennern widme.

Xenon-Scheinwerfer werden von Fahrzeughändlern, aber auch der Automobilindustrie gerne als ‚verschleißfrei‘, ‚unproblematisch‘ und ‚Lebenszeitleuchtmittel‘ vertrieben und angepriesen.

O-Ton Autobild: „Xenonlampen sollen so lange halten wie das Auto.“

Lebensdauerangaben sind, wie wir es von ‚Lebenszeitfüllung und ‚verschleißfrei‘ kennen, leider immer etwas wage, unterliegt doch nahezu jedes mechanische oder elektronisches Bauteil im Laufe des ‚Lebens‘ einem gewissen Verschleiß.

Bei Xenonscheinwerfern gibt es leider in der Bauteilkette zu viele voneinander abhänge Elemente, wodurch sich die Fehlerwarscheinlichkeit naturgemäß gegenüber einer handelsüblichen Halogenlampe (1 Sicherung, 2 Kabel +1 Birnchen) stark unterscheidet.

Halogenbirne Xenonbrenner
Untersuchung/Fehlerdiagnose Multimeter (Durchgangsprüfung) |12V 5A | Äußerliches Erscheinungsbild Nur an funktionierendem Steuergerät/Zündgerät beurteilbar  | Eingeschränkte Beurteilung aufgrund der optischen Erscheinung
Leistungsaufnahme (einzeln) 50W 35W
Kosten Leuchtmittel und Austausch (einzeln) Birne: ~20€ Austausch meißt Serviceleistung Brenner: 100-350€ zzgl. Einbau durch Fachwerkstatt
Anschaffungsaufpreis  Basis  + 500€ bis 2000€
Abhängigkeiten in/im SW 12V + Leitungen Steuergerät, Zündgerät, Hochspannungsleitungen
Abhängigkeiten lt. StVZO Leuchtweitenregulierung (LWR) Scheinwerferreinigungsanlage (SRA), automatische Leuchtweitenregulierung (aLWR)

Die Anfragen wegen defekten Xenon-Scheinwerfern in diversen Foren deuten leider darauf hin, dass hier das Industrieversprechen in einigen Punkten nicht ganz eingehalten wird, was die Lebenszeit von Xenon-Scheinwerfern bzw. deren Elektronik angeht. Auch in meinem privaten Umfeld gibt es immer wieder Probleme mit defekten oder stark verfärbten Brennern oder toten Steuergeräten.

Aber nun zu den Brennern.

Qualität Markenbrenner/Billigbrenner

Aufgrund meiner Defekte am Zündgerät und meinem anfänglichen Verdacht, die Xenon-Brenner hätten langsam Ihr Lebenslicht ausgehaucht, habe ich mir zu Testzwecken bei Amazon für 19,99€  zwei Brenner bestellt und waren auch einige Kilometer im Einsatz. Deshalb möchte ich dies nun zum Anlass nehmen, auf die qualitativen Unterschiede von Markenbrenner und Billligbrenner einzugehen.

Sockel

Der Sockel des Billigbrenners unterscheidet sich in meinem Fall gründlich von dem des Markenbrenners. Der Glaskolben des Markenbrenners ist in ein Metallgestell gefasst, das die entstehende Wärme, die am Glas an liegt, aufnehmen kann, an die Umgebungsluft abführt.

Beim Billigbrenner ist der Glaskolben direkt in den Sockel eingelassen und nur mit einer Art ‚Heißkleber‘ abgedichtet. Die am Brenner entstehenden Temperaturen sind zwar nicht extrem hoch, dennoch führt dies immer wieder dazu, dass die Stecker anschmoren oder sich soweit verformen, dass sie ausgetauscht werden müssen.

Auch der verwendete Kunststoff fühlt sich beim Markenbrenner um einiges ‚wertiger‘ an, was aber sicherlich kein Einfluss auf die Funktionalität des Brenners hat – einzig ein optisches Defizit.

Bei genauerer Betrachtung des Sockels ist am äußeren Kontaktring des Brenners eine ‚kalte Lötstelle‘ sichtbar. Hier wird vom äußeren Ring die Leitung in den Glaskolben geleitet. Leider genau an der Stelle, die von den Kontakten des Steckers beim Eindrehen überfahren werden. Somit wird sich diese Verbindung wohl nach kurzer Zeit lösen. Im besten Fall bleibt am Ende nur ein toter Brenner zurück. Im schlimmsten Fall entsteht Funkenschlag direkt am Stecker.

 

Ablagerungen in der Brennkammer

Die innere Brennkammer eines Xenonbrenners ist unter Hochdruck mit Xenongas und diversen Metallsalzen befüllt. Beim Einschalten zündet das Zündgerät mit Hochspannung einen oder mehrere Initialfunken. Das Xenongas wird ionisiert und damit leitfähig. Das Steuergerät ist, nachdem das Xenongas leitfähig ist, in der Lage den Betrieb mit langsam sinkender Spannung zu übernehmen.

Im ersten Moment, nach dem Zünden, leuchtet fast ausschließlich das Xenongas, bis durch die Temperaturzunahme im Brenner die Metallsalze und Zusätze gelöst werden und sich mit dem Xenongas vermischen. Dieser Vorgang ist kurz nach dem Einschalten sichtbar, wenn sich die Farbtemperatur des Lichtes in den ersten ~30sec. verändert.

Hiermit kommen wir wieder zu den sichtbaren Unterschieden zwischen dem Billigbrenner und dem Markenbrenner.

Beim Markenbrenner haben sich die Zusätze als homogene Fläche am Glas abgesetzt und beim Billigbrenner sieht es so aus, als ob dort eine große Menge an Quecksilber vorhanden ist, das sich in kleinen silbernen ‚Kügelchen‘ abgesetzt haben.

Inwiefern man daraus jetzt qualitative Unterschiede erkennen kann, weiß ich nicht, aber wenn man Wikipedia Glauben schenken kann, und es inzwischen möglich ist, auch ohne das giftige Quecksilber auszukommen, würde ich darauf schließen, dass der Billigbrenner hier noch eine ‚alte‘ Mixtur beinhaltet.

Elektroden

In die Brennkammer führen zwei gegenüberliegende Wolframelektroden über die die Spannung in die Brennkammer hineingeführt wird. Die Hochspannung von über 25kV beim Zündungsvorgang fördert im Vergleich zum Dauerbetrieb einen sehr hohen Tribut von den Elektroden.

Die Elektronen werden mit der Zeit dünner, kürzer und brüchig. Ein ’normaler‘ Alterungsprozess, der sich scheinbar auch in der Qualität meiner beiden Vergleichsbrenner niederschlägt.

Aber vorerst ein paar Worte zum Alter meiner beiden Brenner.

Meine ‚Markenbrenner‘ sind von Philips und waren nun über knapp 150 000km in dem Scheinwerfer verbaut. Einer funktioniert auch noch tadellos. Der andere ist zusammen mit dem Defekt meines Steuergeräts geschmolzen.

Die ‚Billigbrenner‘ wurden als Testobjekt und temporärer Ersatz für rund 20€ gekauft und verbaut. Effektiv waren sie rund 5000km im Fahrzeug verbaut.

Sieht man sich den Markenbrenner genauer an, ist erkennbar, dass beide Elektroden in gleichem Maße abgenützt sind und noch eine annehmbare Länge haben. Einzig kleine Kügelchen haben sich an den Spitzen gebildet. Wohl ein Anzeichen für hohe Temperaturen, aber in diesem Fall noch nicht bedenklich, denn Sie funktionieren in diesem Zustand noch einwandfrei.

Der Billigbrenner hingegen scheint hier massive Probleme mit den Elektroden haben. Die linke Elektrode ist extrem schnell abgebrannt und hat an der Spitze einen Klumpen gebildet. Die rechte Elektrode ist ausgefranzt, besitzt aber noch annähernd die originale Länge. Auch die Funktionalität hat in den letzten Betriebsstunden erste Anzeichen für einen baldigen Tod geäußert. Der Lichtbogen riss ab und das Zündgerät musste neu zünden.

Vergleiche ich nun beide Brenner, ist es doch recht erschreckend, in welchem Zustand sich der Billigbrenner nach nur 5000km Laufleistung befindet. Nur knapp ein 1/30stel der Brenndauer und schon treten erste Anzeichen für einen baldigen Tod auf. Außerdem habe ich inzwischen massive Sicherheitsbedenken durch die Verarbeitungsqualität der Billigbrenner. Im aktuellen Zustand würde der Brenner auch dem Zündgerät massiv zusetzen, welches durch das ständige Abreißen des Lichtbogens immer neu zünden muss. Für mich Grund genug künftig nur noch Markenbrenner zu kaufen!

Im folgenden nun noch ein Bild des Brenners, der durch den Defekt des Steuergeräts ‚dahingerafft‘ wurde.

Nicht nur das innere Quarzglas hat sich unter enormer Hitzeeinwirkung verformt, sondern auch der Äußere Kolben hat dem Druck und der Hitze kaum standgehalten. Glück im Unglück, dass hierbei nicht mehr passiert ist und der Brenner nicht im Scheinwerfer massiven Schaden angerichtet hat.

Letztendlich habe ich mich für Markenbrenner von Philips entschieden, die bis zum Verkauf des CLK ohne Probleme brannten.

Im Anschluss kann ich noch Artikel zum Xenon Steuergerät und zum Xenon Zündgerät anbieten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*