Ninebot Elite – Erste Erfahrungen

Das Thema Elektromobilität beschäftigt mich schon seit langem (z.B. Link zum Artikel „Renault Zoe“) und wäre die Sache mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur für mich etwas stimmiger, hätte ich definitiv ein Elektroauto.

Bis es aber so weit ist mag ich mich etwas mit der Kurzdistanz-Elektromobilität beschäftigen und für mich herausfinden, wie sich mein Alltag mit einem elektrischen Einpersonen Transportmittel verändert.

Entschieden habe ich mich nach einer langen Informationsphase für einen Ninebot Elite.

Das Gerät ist dem klassischen „Segway“ nachempfunden und wird von der Firma Ninebot hergestellt, die im Jahr 2015 Segway aufgekauft hat und inzwischen Personal Transporter im mittleren Preissegment für die breitere Masse produziert.

Das Gerät Ninebot Elite ist eines der wenigen Fahrzeuge in dieser Bauform, die im Zusammenhang mit einem Mofa Kennzeichen im Straßenverkehr zugelassen sind. Dieser Punkt war mir persönlich sehr wichtig, denn wenn man sich die Erfahrungen von anderen Besitzern Persönlicher Transportmittel anschaut, dann sind neugierige Nachfragen der Polizei nichts ungewöhnliches und dann sollte man die entsprechenden Papiere auch parat haben. Außerdem ist somit die Haftungsfrage bei Schäden anderer Verkehrsteilnehmer geregelt.

Was lässt sich nun, nach einigen gefahrenen km über das Gerät sagen?

Handhabung:

Eine kurze Einweisung und ein paar Minuten selbstständigem und vorsichtigen Fahren hat man sich an das Gerät gewöhnt und traut sich auch schneller zu fahren. Meiner Meinung nach ein sehr, sehr intuitives und schnell erlernbares Fortbewegungsmittel.

Geschwindigkeit:

20km/h klingen auf dem Papier nicht nach viel. Dennoch fühlt es sich bei der Fahrt recht ordentlich schnell an und reicht meiner Meinung nach vollkommen aus. Es gilt immer noch Safety First!

Reichweite:

Angepriesen wird mit dem großen 620Wh Akku eine Reichweite von 30km. Dies hängt aber stark vom Gewicht des Fahrers, der gefahrenen Geschwindigkeit und der Kontinuität des Streckenprofils hab.  Genau wie beim Auto gilt: ständiges Bremsen und Beschleunigen sowie schnelles Fahren kostet mehr Energie. Ich denke, wenn ich für mich mit 25km Reichweite rechne, komme ich definitiv ans Ziel. Ich schätze, dass die Reichweite für alle Besorgungen und Ausflüge locker ausreicht.

Mobilität:

Ich schätze, dass 80% meiner Anwendungsfälle im 10km Umkreis um den Wohnort stattfinden werden. Aber die restlichen 20% möchte ich das Gerät auch im Auto mitnehmen können. Z.b. für kleine Ausflüge oder um außerhalb der Stadt zu parken und die restlichen paar km in die Stadt hineinfahren zu können.

Für den Transport lässt sich die Lenkstange mit einer Schraube lösen und die zwei Teile separat im Kofferraum verstauen. Das Gewicht des Hauptmoduls ist mit 23kg recht hoch aber meiner Meinung praktikabel genug um das Teil in den Kofferraum hinein und hinaus zu heben.

Etwas komplizierter ist die Einordnung dieser Art Fahrzeuge im Straßenverkehr, die der noch recht jungen Mobilitätshilfenverordnung (MobHV) unterliegen. Die Fahrzeuge ähneln nämlich trotz Versicherungsplakette mehr den Fahrrädern mit kleinen Einschränkungen als den Mofas.

Viele schließen nämlich wegen des Kennzeichen auf ein Mofa und gehen davon aus, dass die Teile nicht auf Radwegen gefahren werden dürfen. Gerade dort sollten sie sich aber aufhalten, sofern einer vorhanden ist. Landstraßen, Autobahnen, Bürgersteige sind Tabu.

Stromkosten:

Eine Akkuladung fasst mit dem größten erhältlichen Akku 620Wh und reicht für ca. 25-30km. Ohne die Ladeverlustleistung mit zu berechnen ergeben sich Kosten für eine Akkuladung von 0,17€ Was hochgerechnet auf 100km auf ca. 0,68€ hinausläuft.

Das Gerät wird mit einem 120W starken Ladegerät geladen, das einem Notebook Ladegerät sehr stark ähnelt. Die Ladedauer 0-100% würde theoretisch mindestens 5:30h dauern. Interessant finde ich den Ansatz den Ninebot während des Transports im Auto über den Zigarettenanzünder mit einem 12V 230V Wechselrichter zu laden. (Eine entsprechend starke Absicherung im Auto natürlich vorausgesetzt!)

Akzeptanz im Straßenverkehr:

Man fährt zwar rein elektrisch aber eine gewisse Geräuschemission lässt sich wegen dem Getriebe leider nicht vermeiden. Anfangs hat mich das Nebengeräusch etwas gestört aber je mehr ich mich mit dem Gerät auch unter anderen Verkehrsteilnehmern aufhalte desto wertvoller wird das Geräusch um auch wahrgenommen zu werden. Wer schon einmal mit einem Elektroauto komplett ohne Geräuschemission in der Stadt gefahren ist, weiß was ich meine.

Mich persönlich stört im Moment noch das Gefühl von jedem mit einer Mischung aus Unglaube, Erstaunen und Belustigung angeschaut zu werden. Ich denke, dass die meisten Leute die konventionellen Segways wenigstens einmal schon gesehen haben. Dennoch ist man mit den Geräten im Straßenverkehr ein echter Exot und das Gefühl hat man permanent beim Fahren. Meine größte Angst aber auf den Radwegen nicht akzeptiert zu werden blieb bis jetzt aber erfreulicherweise aus.

 

Wie ich in Zukunft mit dem Gerät umgehen werde weiß ich noch nicht. Die Hoffnung ist die, dass sich aber damit ein Großteil meiner Kurzstrecken mit dem Auto aussetzen kann.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*