Schadensminderungspflicht und Nutzungsausfallentschädigung

Ich hatte vor über einem halben Jahr einen Unfall mit meinem Dacia Duster und erst jetzt ist der Fall abgeschlossen. Leider mit einem unbefriedigenden Ende, denn über 1000€ an Nutzungsausfallentschädigung bleiben unbezahlt.

Mein Fahrzeug wurde wegen einem Defekt des rechten Scheinwerfers vom Gutachter als „nicht verkehrssicher“ eingestuft und die geforderte Nutzungsausfallentschädigung hätte mir den Verzicht meines beschädigten Fahrzeugs bis zur Reparatur ausgleichen sollen. Während der zweiwöchigen Reparatur hatte ich Zugriff auf ein Werkstattersatzwagen, den die gegnerische Versicherung aber bezahlt hat.

Leider war meine Anwältin der Meinung, dass ich meiner Schadensminderungspflicht nich nachgekommen wäre und hat deshalb keinen Anspruch auf die Nutzungsausfallentschädigung erhoben. Problematisch war hierbei die lange zeitliche Spanne zwischen dem Unfall und und der Reparatur (Unfall: 29.05. –> Reparatur 20.06.).

Sehr ärgerlich, denn ich habe mein Fahrzeug am Tag nach dem Unfall einem Renault Autohaus vorgeführt und dort gleich den Reparaturauftrag unterschrieben (das sogar ohne die Zusage der Schadensdeckung durch die gegnerische Versicherung). Außerdem habe ich den ersten zugesicherten Termin zur Gutachtervorfürung sowie zur Reparatur wahrgenommen. Dabei kamen beide Termine von dem Renault Autohaus und sind auf die Auftragslage von Gutachter und dem Autohaus zurückzuführen.

Ich hatte mich zwar direkt nach dem Unfall u.a. mit der Thematik der Schadensminderungspflicht beschäftigt, bin aber davon ausgegangen, dass es lediglich von meiner Seite aus zu keinen Verzögerungen hätte kommen dürfen und durch mein Verhalten keine Folgeschäden entstehen hätten dürfen (z.B. Fahrten mit dem Fahrzeug trotz defekten Ölleitungen und dadurch folgendem Motorschaden)

Gemeint ist dabei aber auch, dass ich vor der Auftragserteilung alle Werkstätten im Umkreis hätte aufsuchen müssen und mir von allen ein Reparaturdatum geben lassen müssen. Zum Nachweis natürlich schriftlich. Im Anschluss hätte ich dann die Werkstatt mit den kürzesten Wartezeiten aussuchen müssen. Das gleiche Spiel hätte ich auch mit den Gutachtern machen müssen. In welchem Aufwand/Nutzenverhältnis das steht und ob das tatsächlich eine kürzere Schadensabwicklung bezweckt hätte als den Reparaturauftrag sofort zu unterschreiben wage ich zu bezweifeln. Außerdem wären mir diese Mehraufwendungen ja auch nicht erstattet worden.

Ich war selbst schon Unfallverursacher bei einem Verkehrsunfall und hatte dabei weniger organisatorische und finanzielle Auslagen und Aufwendungen als in dem aktuellen Fall als Geschädigter.

1 Gedanke zu „Schadensminderungspflicht und Nutzungsausfallentschädigung

  1. Es ist wirklich unglaublich, was mansich als Geschädigter eines Verkehrsunfalls alles gefallen lassen muss. Bei meinen bisherigen Unfällen wäre ich auch deutlich lieber der Verursacher gewesen. Als solcher sagt man seiner (hoffentlich) Vollkasko-Versicherung Bescheid und der Rest interessiert einen nicht sonderlich. Als Geschädigter rennt man Monate bis Jahre seinem Geld hinterher.

    Versicherungen gehören abgeschafft.

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