CNC – Bürostuhl

Was tut man, wenn man mit den angebotenen Bürostühlen nicht so richtig warm wird und eine CNC Fräse im Haus stehen hat? – Einfach selber einen Stuhl bauen!

Nun gibt es die Möglichkeit sich selbst ein Design zu überlegen. Aber mir fehlt einfach die Erfahrung, wie ein komfortabler Bürostuhl aufgebaut sein muss. Wie breit, wie hoch, welchen Winkel die Rückenlehne haben muss usw…. Einfach zu viele Variablen, die ich höchstens durch ausmessen und austesten in Erfahrung bringen müsste. Damit wäre das Projekt für mich einfach zu umfänglich geworden.

Erfreulicherweise gibt es aber schon fertige Designs zu kaufen, die vielversprechend aussehen und für die Fertigung mit einer CNC Fräse ausgelegt sind. So z.B. das Design, für das ich mich entschieden habe: „CNC drawing „Parametric chair“ von 3Bee Studio.

Zum Download bekommen habe ich eine .dxf Datei mit den Schnitten der jeweiligen Layer sowie der Zwischenteile. Dazu habe ich noch ein paar Tipps zur Fertigung bekommen. Super Service!

Aus meinem letzten Projekt mit dem Schreibtisch habe ich gelernt, wie wichtig und wie viel günstiger die Produktion sein kann, wenn man Zeit investiert die Schnitte auf dem Fräßtisch effizient anzuordnen. Es wäre gar nicht vorstellbar gewesen wie teuer mich das Holz gekommen wäre, hätte ich zu viel Platz verschwendet.

Gefräßt habe ich über mehrere Wochen immer nur ein paar Stücke jeden Abend aber damit war es noch lange nicht getan. Das Schleifen, Ölen und der Zusammenbau haben viele, viele weitere Abende in Anspruch genommen. Diesen massiven Aufwand hatte ich bei der Projektplanung gar nicht abschätzen können.

Knifflig war die Befestigung des Stuhls auf dem Drehkreuz. Ich habe zuvor nur schlechte Erfahrungen mit der Verarbeitung von Einschraubmuttern in Holz gemacht. Ich hatte es nie ordentlich hinbekommen die Teile gerade ins Futter zu bekommen. Zusätzlich mussten die Einschraubmuttern dieses Mal sogar in die Stirnflächen einer Multiplexplatte eingeschraubt werden. Die Gefahr, dass hier die Schichten aufsplittern war sehr groß. Deshalb habe ich möglichst viele Punkte zur Druckverteilung angebracht, dass ggf. eine versaute Einschraubmutter nicht die Stabilität gefährdet. Geklappt hat es aber dieses Mal prima die kleinen M4 Einschraubmuttern zu verschrauben.

Die Materialliste:

Das Design: 30€

900mm * 1350mm Birke Multiplex 15mm (3 mal) = 124€

900mm * 600mm Birke Multiplex 15mm = 18€

650mm * 600mm Birke Multiplex 9mm = 12€

M10 Gewindestangen 1m (5 mal) = 25€

310mm * 300mm Birke Multiplex 18mm = 4€

Ikea Drehkreuz Untergestell = 79€

M10 Muttern (42 mal) = 7,80€

M10 Unterlegscheiben (42 mal) = 5€

Einschraubmuttern 4 * 8 * 8 (40 mal) = 8,40€

Einschraubmuttern 8 * 8 * 8 (4 mal) = 4€

M4 Schraube 4 * 20 (40mal) = 6€

Diverse Schleifblätter = 10€

Summe 333€

Hier noch ein paar Impressionen vom Zusammenbau.

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CNC-Möbel – Linksammlung

Einer der Hauptgründe zur Anschaffung meiner CNC-Fräse war der Bau eigener Möbel und Lampen.

Zwar bin ich weder ein Schreiner noch Produktdesigner aber ich kann dank des 3D-Druckens inzwischen recht gut mit Autodesk Inventor umgehen. Im Moment beschäftige ich mich aber noch mit den notwendigen Kenntnissen zu den erforderlichen Materialen zum Möbelbau sowie den entsprechenden Bezugsquellen aus der Umgebung. Die ersten eigenen Möbel müssen also noch etwas warten.

Erfreulicherweise gibt es aber schon einige Open Source Furniture Projekte von internationalen Designern, die zum Teil wirklich klasse Designs der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Die Community dazu ist zwar noch sehr übersichtlich aber interessante Projekte und Designs sind schon dabei um sofort und mit wenig Vorkenntnissen eigene Möbel herstellen zu können.

Im Folgenden habe ich die interessantesten Projekte aufgelistet, die mir in letzter Zeit untergekommen sind.

opendesk

opendesk ist wohl die größte Open Source Furniture Sammlung, die es Designern, Makern und Konsumenten ermöglicht, sich auszutauschen und miteinander in Kontakt zu kommen. Global design and local fabrication.

Hier gibt es schon eine große Anzahl an wirklich schönen Designs. Was mir wirklich gut gefällt ist, dass in der letzten Zeit auch einige neue Designs hinzugekommen sind. Das Projekt opendesk scheint also vital zu sein und sich auf eine relativ große Community zu stützen.

AtFAB

AtFAB hat einen ähnlichen Ansatz, wie die Plattform opendesk. Die Designs von AtFAB sind aber tendenziell recht einfach gehalten. Durchgängig sehr gerade Schnitte und mit etwas mehr Augenmerk auf der praktischen Funktion der Objekte.

SketchChair

SketchChair scheint eines der ersten Projekte im Bereich Open Source Furniture gewesen zu sein und zwar mit einem sehr interessanten Ansatz: Zeichne deine Geometrie selbst, parametrisiere sie und exportiere die CAD-Dateien aus einer eigenen Anwendung heraus.

SketchChair bietet neben der Designsoftware auch fertige, beliebte Designs direkt zum Download an.

Leider scheint die Entwicklung der Software als auch die Coummunity um SketchChair herum ziemlich eingeschlafen zu sein. Das Forum ist nahezu tot und auch die Java Anwendung läuft sehr instabil. Wem das Rippendesign der Objekte aber gefällt, sollte die Sache also mit viel Geduld angehen.

APTEK Bar

In Sankt Petersburg steht die APTEK Bar, die von Lesha Galkin mit einem wahnsinnig schönen Interior Design versehen wurde. Die Designs für die Möbel sind zum Download verfügbar.

Alejandro Palandjoglou

Alejandro ist Produktdesigner und hat einige seiner Designs online zum Download via Instructables gestellt.

P9C – Chair

P9L – Lounge Chair

P9S – Stool

Der Hocker und der Lounge Chair waren meine ersten Nachbauprojekte mit der CNC-Maschine und haben wirklich ein klasse Ergebnis hervorgebracht. Einen großen Dank an Alejandro. Schaut auch mal auf seiner Website vorbei: alepalan.com

 

Achtung bei nahezu allen Projekten: Schaut euch die .dxf /.svg Dateien vorher genau an. Eine Vielzahl der Projekte ist in inch bemaßt. Das Problem liegt aber nicht nur an der Umrechnung der angloamerikanischen Längeneinheiten ins metrische System sondern im Bezug der entsprechenden Materialien. Einer meiner ersten Projekte war ein Stuhl der in inch bemaßt war, zu dem es aber kein entsprechend dickes Material im Baumarkt gab. Die Lösung war dann am Ende, dass ich mit Illustrator alle Verbindungsstücke neu setzen musste. Es ist im CNC Bereich generell keine schlechte Idee sich mit Illustrator auseinanderzusetzen.

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Junkers Bauhaus 6050-2 Uhr

Junkers hat sich mit der Bauhaus Reihe sehr stark an das Design der Junghans Max Bill angelehnt. Nichtsdestotrotz hat Junkers bei der Adaption des U(h)rvaters meiner Meinung nach an der richtigen Stelle mit den Stilvorgaben des Bauhausdesigns gebrochen – dem durch den Glasboden der Junkers Bauhaus 6050-2 sichtbar verzierten Eta 2824-2 Kaliber.
Ich schaue der Mechanik von Uhren gerne bei der Arbeit zu. Im Speziellen wenn ein Laufwerk wie im Falle der Junkers Bauhaus zusätzlich noch einmal veredelt (teilvergoldet) wurde.
Im ersten Moment fällt bei der Uhr auf, dass sie sehr leicht ist was zum einen der flachen Bauart geschuldet ist und zum anderen am Hesalitglas liegt. Bei den Gläsern scheiden sich die Geister unter den Uhrensammlern. IdR. gibt es zwei Möglichkeiten einen Blick auf die Zeiger einer Uhr zu werfen.

Das Saphirglas besteht aus schwerem „Glas“ im eigentlichen Sinne und ist recht „unempfindlich“ gegen gegen Kratzer. Sind aber Kratzer im Glas hilft leider nur ein Austausch der Scheibe. Größere Krafteinwirkung dankt das Saphirglas aber leider nur mit einem Bruch oder abgeschlagenen Ecken.

Legt man eine Uhr mit Hesalitglas verkehrt herum auf einen Tisch hat man gute Chancen dieses mit kleineren Kratzern zu verunstalten. Zwar lässt es sich recht gut polieren aber der Zahn der Zeit nagt an Hesalitgläsern bedeutend stärker als an Saphirgläsern – sie spröden aus.

Der Grund für den Verbau von Hesalitglas bei der Junkers Bauhaus ist die gewölbte Form, die sich vermutlich nur so realisieren lässt. Auch das Ticken ist im Vergleich zu meinen anderen Eta 2824-2 Kalibern etwas deutlicher Wahrnehmbar.

Meiner Meinung nach dürfte sie im Durchmesser 1-2mm kleiner sein um als waschechte Dresswatch durch zu gehen. Das Design ist aber Bauhaustypisch so schlicht gehalten, dass man ihr diesen kleinen Ausreißer schnell verzeiht.


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