Telefonbanking sicher / komfortabel?

Ab und zu kommt es zu kuriosen Situationen, wenn sich Wege abseits der normal erwarteten Pfade auf tun, weil Technik einmal wieder versagt. So ist es mir geschehen, bei einer Online-Überweisung.

Ich hatte bei der Eröffnung eines zweiten Girokontos die Wahl zwischen dem mTAN-Verfahren (TAN als SMS auf das Telefon) und der ChipTAN. Natürlich nutze ich mein Smartphone auch zum Online Banking und darauf beide Teile der der Zwei-Faktor-Authentifizierung durchzuführen ist vorsichtig gesagt: Dämlich!

Blieb mir nur noch die Möglichkeit der Chip-TAN. (Das Lesegerät bildet Ein- und Ausgabemedim um auf dem Krypto-Chip der Bankkarte aus einem von der Bank vorgegebenen Startwert, dem zu Überweisenden Betrag und der Kontonummer des Empfängers eine TAN zu errechnen).  Prima Sache… wenn es denn funktioniert hätte… Der Übertragunsvorgang in Richtung des TAN-Generators brach aber bei jedem Versuch nach mehreren Sekunden ab und ich musste von vorne beginnen. Nach einiger Zeit platzte mir der Kragen und ich habe mich in der Filliale telefonisch erkundigt, ob das Problem an dem Gerät, der Bedienung oder auf Seiten der Bank liegt. Das Problem sollte also an der schwachen Batterie liegen. Alles klar: Erstverwendung eines nagelneuen Geräts…  kann ja mal passieren. Ich sollte mir in der Filiale ein neues Gerät geben lassen.

Das Angebot, meine Überweisung gleich telefonisch vor zu nehmen, habe ich dankend angenommen und der Dame auf Anfrage die Kontonummer, die Kartennummer und mein Geburtsdatum genannt, Betrag (hoher dreistelliger Betrag) und Zielkonto durchgegeben und mich nach der Bestätigung dankend verabschiedet.

Erst nach dem Auflegen fiel mir auf, dass ich nicht wie sonst bei anderen Banken üblich, ein hinterlegtes Telefonbanking Passwort/ PIN o.ä. von mir geben musste. Lediglich drei Merkmale die ich -sofern es nicht mein Geldbeutel gewesen wäre- jedem gefundenen oder entwendeten Geldbeutel hätte entnehmen können.

Ich frage mich, warum ich mir überhaupt die Mühe mache, mich mit dem TAN-Generator herum zu ärgern, wenn die Bank hier die Sicherheitsstandards der Zweifaktor-Authentifizierung so äußerst komfortabel interpretiert?

Meine Frage, welche Sicherheitsmerkmale denn im Hintergrund zusätzlich geprüft werden, um die Transaktion zu buchen habe ich via Kontaktformular vom Kundenservice wie folgt beantwortet bekommen:

vielen Dank für Ihre E-Mail. Gerne gehe ich auf Ihre Frage ein.

Zum Teil ist Ihre Aussage hinsichtlich der Prüfmerkmale [Anm. d. Verf.: also: Kontonummer, Kartennummer, Geburtsdatum] richtig; darüber
hinaus gibt es jedoch weitere Sicherheitsmerkmale. Diese kann ich Ihnen aus
Sicherheitsgründen leider nicht weitergeben und bitte hierfür um Ihr
Verständnis.

Gerne stehe ich für weitere Fragen zur Verfügung.

Freundliche Grüße

Da frage ich mich doch, was da bitte geprüft werden soll? Ich habe von einer Telefonnummer aus angerufen, die nicht in meinem Kundenprofil hinterlegt ist, spreche mit einer Dame, der ich weder persönlich noch telefonisch je zuvor begegnet bin und überweise auf das Konto einer fremden Bank, auf das zuvor noch nie eine Transaktion getätigt worden ist.

„Unbeabsichtigte“ Lastschriften von meinem Konto kann ich zeitlich begrenzt zurückbuchen lassen. Aber eine Überweisung zurück zu holen dürfte sich durchaus als schwierig erweisen, wenn kein Nachweis besteht, dass nicht ich derjenige war, der die Transaktion veranlasst hat. Das Thema lässt mich ratlos zurück…



2 thoughts on “Telefonbanking sicher / komfortabel?

    • Ich habe es nicht extra einrichten lassen oder aktiv darum gefragt. Sonst wäre ja vermutlich ein Kennwort hinterlegt gewesen. Nachfragen bei der Bank schadet aber sicher nicht…

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