Vorwerk VR100 Saugroboter – Test

Staubsaugen an sich kann durchaus eine zeit intensive Arbeit sein. Da liegt es nahe, diese Arbeit autonomen Systemen zu überlassen. Grund genug sich einmal mit Saugrobotern zu beschäftigen. Ob es wirklich sinnvoll ist oder nur eine Spielerei- das versuche ich hier zu berichten.

Wir haben uns für einen Vorwerk Kobold VR100 Saugroboter entschieden, weil hier idR. die Ersatzteilversorgung auch bei älteren Modellen gegeben ist. Das Gerät verfügt im Gegensatz zu den meisten anderen Modellen ein rotierendes, Laser gestütztes Navigationssystem, das während der kompletten Reinigung den Raum kartographiert und mit Hilfe des SLAM Algorithmus effizient den kompletten Raum strukturiert abarbeiten kann. Die günstigeren Modelle arbeiten hier nach dem Zufallsprinzip, das zwar auch zielführend sein kann, aber weitaus nicht so effizient ist.

„Unter der Haube“ des Vorwerk Kobold VR100 steckt ein VX11 / VX15 der US-Amerikanischen Firma Neato, der aber an einigen Stellen zum Besseren verändert wurde:

  • Bedeutend bessere Saugleistung durch einen verbesserten Ansaugbereich
  • Die rotierende Bürste ist eigens von Vorwerk und verbessert die Lautstärke und die Effizienz bei der Schmutzaufnahme
  • Seitenbürste, die bei den Wandfahrten Staub und Dreck aus den Ecken zur Walze schaufelt wurde hinzugefügt
  • Eine um 8dB gesenkte Geräuschemission
  • Li-Ion anstatt eines NiMh-Akkus
  • Weicheres Material der Bumper um Einrichtungsgegenstände zu schonen

Die Navigation funktioniert erstaunlicherweise recht gut. Das Gerät fährt erst die Raumwände ab und arbeitet sich dann in Schlangenlinien durch den Raum. Objekte werden gut erkannt und umfahren. Erfasst das Gerät einen anliegenden Raum mit offen stehender Türe, wird dieser im Anschluss auch mit gereinigt. Um Treppenaufgänge muss man sich beim Vorwerk Kobold VR100 keine Gedanken machen. Er erkennt Abbruchkanten und fährt diesen entlang. Keine Absturzgefahr. Ist der Reinigungslauf beendet fährt der Roboter entweder die Basisstation an oder – sofern man ihn einfach in einem anderen Stockwerk ausgesetzt hat- einfach an die ausgesetzte Position zurück.

Abhängig vom Verschmutzungsgrad muss im Anschluss der Staubbehälter und der Filter gereinigt werden. Entweder direkt in den Müll oder man bedient sich eines anderen Staubsaugers. Je nach Belieben.

Die Akkulaufzeit würde ich auf ca. 1:20 Stunde schätzen. Bei uns reicht es locker für zwei Stockwerke ohne Zwischenladung. Die laufenden Kosten belaufen sich auf den Stromverbrauch und die Filtereinsätze, die alle paar Monate einmal gewechselt werden müssen. Hier bietet es sich allerdings an, auf die Drittherstellerprodukte zurück zu greifen. Die originalen von Vorwerk sind meiner Meinung nach mit 15€ etwas teuer. Hier dafür bedeutend günstiger.

 

Sich einen Saugroboter zu kaufen, diesen auf feste Zeiten zu programmieren und sich nicht mehr mit dem Thema Staubsaugen beschäftigen zu müssen ist sicherlich der erste Gedanke bei der Überlegung sich einen Roboter zu besorgen. Dem ist aber leider nicht ganz so, denn das Gerät arbeitet nicht 100% zuverlässig. Das liegt zu 50% an Teppichen, die beim Auffahren Falten werfen oder an Gegenständen, an denen er sich verschluckt (Fäden, spitze, längliche Gegenstände etc.)

Leider kümmert sich Vorwerk nicht um weitere Firmwareupdates und das merkt man ab und zu leider auch. In zwei Räumen steht die Wahrscheinlichkeit gut, dass sich das Gerät während des Arbeitens in einer Dauerschleife fängt. (Gerät zuckt links/rechs – ohne ersichtlichen Grund) Wenn man dann einen der Kollisionssensoren berührt ist alles wieder ok. Ein schon über mehrere Jahre bekanntes Problem wenn man Vorwerk Foren befragt. Sorry Vorwerk aber eine Grundversorgung für (Software-) Support gehört für mich bei einem ‚Markenprodukt‘ gewährleistet!

Warum aber dann ein Roboter, wenn man dennoch dabei sein muss?

In erster Linie ist es die Aufgabe des Menschen den Raum für den Roboter vor zu bereiten um lose Gegenstände zu entfernen oder den Boden möglichst aufgeräumt zu halten (Stühle auf den Tisch, Kabel aus dem Putzbereich entfernen usw.) Wenn der Roboter dann erst einmal am Arbeiten ist, kann man sich parallel dazu anderen Dingen widmen (Staub wischen, Fenster Putzen oder Aufräumen…)

Der Roboter ist also weniger eine Arbeitserleichterung, als mehr eine Arbeitsbegleitung. Man ist gezwungen, dem Gerät eine Grundsauberkeit zu schaffen, damit es effizient und zuverlässig arbeiten kann. Parallel dazu kann man sich aber um andere Dinge kümmern. Technikbegeisterte werden hier eine Möglichkeit finden, sich spielerisch mit der häuslichen Sauberkeit zu beschäftigen. Moderne Sklavenhaltung 😉

Von mir aus eine klare Kaufempfehlung!



2 thoughts on “Vorwerk VR100 Saugroboter – Test

  1. Interessanter Beitrag. Wir haben uns auch ein Saugroboter zugelegt. Ich mag einfach dieses Geräusch von Staubsaugern nicht und so bereite ich in der Wohnung immer alles vor und wenn ich zur Arbeit gehe, saugt der Saugrobter ganz alleine, weil meiner zum programmieren ist. Für mich ist das echt eine Erleichterung (Erholung, weil ich das Geräusch nicht hören muss)

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