PLA als Werkstoff im/am KFZ

Ich arbeite nun schon länger mit meinem 3D-Drucker und kann inzwischen ein paar Erfahrungswerte zum PLA im Einsatz im und am KFZ berichten.

Temperaturbeständigkeit

Die ersten wärmeren Tage dieses Jahres haben wir bereits hinter uns. Eines Tages kam ich nachmittags nach der Arbeit wieder an meinen Wagen und konnte dort feststellen, dass sich das PLA Gehäuse meines iBasso/Fiio durch die hohe Innenraumtemperatur verzogen hatte. Ich schätze, dass im Fahrzeug ca. 50-60°C herrschten.

Dass PLA als Werkstoff für den Einsatz in einem KFZ nicht geeignet ist, war mir zwar klar, dass die kritischen Temperaturen hierfür aber schon im Frühling erreicht werden können hat mich etwas überrascht. Grund genug, mich demnächst einmal mit ABS zu beschäftigen, mit all seinen positiven, wie negativen Eigenschaften.

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Witterungsbeständigkeit

Im KFZ-Außeneinsatz habe ich zwei Kennzeichenblenden, über die ich hier berichtet habe. Diese befinden sich im an der Frontschürze und sind somit den Umwelteinflüssen recht stark ausgesetzt. Steinschläge, UV-Licht, Streusalz, sehr niedrigen Temperaturen bis zu -20°C in diesem Jahr usw.

Bis jetzt kann ich aber nur gutes über die Blenden aus PLA berichten. Die Teile sehen nun nach einer Wintersaison und teilweise recht warmen Tagen noch sehr gut aus. Sie sind weder verzogen, noch ausgeblichen oder verschrammt.

Mir ist klar, dass gerade die Temperatur als Faktor im Laufe des Sommers nochmal eine Zerreißprobe darstellen wird. Im Außeneinsatz fällt aber der Treibhauseffekt weg und nur die Umgebungstemperatur sowie die Lichtabsorption des schwarzen PLA wirken auf das Kunststoffteil ein.

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Wandhalterung für die Fire TV Sprachfernbedienung

Nach meinem Umstieg von dem Fire TV Stick auf die Fire TV (Box) änderte sich auch das Design der Fernbedienung und ich musste mir eine neue Wandhalterung entwerfen. Als nicht ganz einfach handzuhaben gestaltete sich das sonderbare Design des unteren Bereichs der Sprachfernbedienung. Die Fernbedienung kippt durch ihren spitzen „Fuß“ nach vorne, war ein sehr hochgeschlossenes Schalendesign bedeutet hätte um genügend Standstabilität zu erreichen. Durch einen kleinen Trick, die Fernbedienung nicht auf die Spitze zu stellen, sondern so zu lagern, dass der Schwerpunkt die Fernbedienung nach hinten drückt, steht diese nun aber recht sicher in einer Schale mit geringer Höhe.

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Den Download des aktuellen Designs findet ihr auf: Thingiverse

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TSA Schlüssel aus dem 3D-Drucker

Vor ein paar Wochen habe ich auf Heise einen Artikel gelesen, dass es wohl aufgrund eines Bildes von TSA-Schlüsseln gelungen ist Reproduktionen dieser Schlüssel aus dem 3D-Drucker zu erstellen. Natürlich wollte ich das selbst auch einmal ausprobieren und bin dabei erst einmal auf die Suche nach einem TSA-Schloss gegangen und habe das erstbeste gekauft.

TSA-Schlösser erlauben es dem Sicherheitspersonal z.B. an Flughäfen verdächtige Gepäckstücke zerstörungsfrei und schnell zu öffnen und zu durchsuchen. Dafür bieten die TSA-Schlösser dem Sicherheitspersonal eine „Hintertür“ über einen Schließzylinder ohne dass diese die Zahlenkombination wissen müssen.

Anscheinend existieren sieben unterschiedliche TSA-Schließzylinder, die jeweils auf dem Schloss selbst mit der entsprechenden Nummer versehen sind. Mein gekauftes Schloss trug die Nummer: „007“. Somit konnte ich mir gleich das entsprechende Design zu meinem Schloss herunterladen und den Druck beginnen.

TSA007

TSA007

Nach einer Druckdauer von ca. 30 Minuten bei mittlerer Qualität hatte ich den Schlüssel auch bereits in der Hand. Im ersten Moment hatte ich etwas Zweifel, dass ich den Schlüssel unbeschädigt wieder aus meinem Schloss herausbekommen würde. Aber nach dem sanften Einführen des Schlüssels lies sich das Schloss ohne großen Wiederstand drehen und das TSA-Schloss war offen.

Normales PLA-Filament scheint also auszureichen, dass selbst dieser filigrane Schlüsselbart nicht abbricht. Kein Hakeln, kein Kraftaufwand. Die Druckerauflösung reicht vollkommen aus um dem Schloss einen echten Schlüssel vorzugaukeln.

Der 3D-Druck dieser Schlüssel ist sicherlich  nicht der erste Angriff auf die TSA-Infrastruktur ist. Diese Schlösser befinden sich immerhin seit über 10 Jahren im Umlauf und Lockpicking ist ja inzwischen eine Sportart. Es wäre kaum verwunderlich wenn nicht schon lange die Abtasttiefe der einzelnen Zylinder bekannt wäre.

Ich persönlich würde bei einer Reise keine TSA-Schlösser verwenden und im Zweifelsfall lieber ein neues Schloss nach der gewaltsamen Öffnung meines Gepäcks kaufen. TSA-Schlösser sind inzwischen sehr gängig und nicht nur an Flughäfen ist die Zahl dieser sich im Umlauf bedindenden Schließsysteme sehr hoch. Auch an einer Wand voller Spinde an der ich jeden Tag vorbei gehe finden sich fast 10% TSA Bügelschlösser.

TSA Schlösser zur Sicherung von Spinden

Auf mehrere Meter Entfernung lassen sich TSA-Schlösser aufgrund ihres Logos erkennen. Außerdem steht die Nummer des zugehörigen Schlüssels auf dem Schloss was es dem Angreifer noch einfacher macht gleich beim ersten Versuch den richtigen Schlüssel anzuwenden. Manche Schlösser haben wenigstens einen Indikator ob das Schloss geöffnet wurde. Sicherheit bringt das aber auch keine, denn dann ist das Schloss bereits offen gewesen.

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