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Goodbye Sparda-Bank Baden-Württemberg, danke TEO

Als ich vor 15 Jahren mein Konto bei der Sparda-Bank BW eröffnet habe waren die ausschlaggebenden Argumente die gut verzinsten Genossenschaftsanteile und die kostenlose Kontoführung.

Recht schnell kam für mich das Onlinebanking hinzu, das (abgesehen von regelmäßigen Wartungsarbeiten, die immer dann waren wenn ich mal was händisch überweisen wollte) ganz gut funktioniert hat. Anfangs noch mit TAN Listen zum Abstreichen, dann irgendwann die Sparda Secure App auf dem Smartphone zur mobilen Multi-Faktor-Authentifizierung. Soweit alles gut und ich war einigermaßen zufrieden.

Vor einigen Jahren kam dann eine ganze Reihe neuer Fintech Startups an den Markt, die mit tollen neuen Funktionen aufgewartet hatten. Apple Pay mit Boon noch mehrere Jahre bevor Apple Pay in Deutschland flächendeckend verfügbar war. N26 mit MoneyBeam wo ich sofort Geld an Freunde verschicken konnte was im Alltag super praktisch war um Rechnungen zu teilen und um einen Live Feed seiner Ausgaben zu haben.

Das Sparda-Bank BW Konto lief aber immer als Hauptkonto mit und war bei den meisten Stellen als Lastschrift- und Auszahlkonto hinterlegt. Irgendwann im Jahr 2016 habe ich von der PSD2 erfahren und mich gefreut weil dort die Rede von Kontoinformationsdiensten (KIS) und Zahlungsauslösedienstleister (ZAD) war. Man würde also zur Verwaltung von Transaktionen auf Bankkonten Drittanbieterdienste anklemmen können die mit dem eigentlichen Bank gar nichts zutun haben. Das Sparda BW Konto wäre also nur eins von mehreren Konten gewesen, das im Hintergrund hinter irgendeiner Verwaltungsapplikation gehangen hätte.

Mein Sparda-BW Konto lebte also noch länger, gestärkt aus meiner Hoffnung, dass die Zeit eine komfortable Managementlösung bringen würde.

In den letzten Monaten hat die Sparda BW angefangen massiv eine Anwendung namens TEO zu bewerben. Diese wird von der Firma Comeco entwickelt und nennt sich selbst Multibanking App, die quasi in die Rolle eines KIS/ZAD schlüpft – ein Anbieter von vielen am Markt.

Inzwischen ist es so, dass die Sparda-Bank BW ihre eigene Sparda-Banking App nicht mehr unterstützt und die Kunden zu TEO zwingt schiebt.

Comeco selbst ist aber nicht nur KIS/ZAD sondern auch eine Werbeplatform. Über die TEO App werden dem Kunden also Gutscheincodes, Finanzdienstleisungen sowie Stromtarife vermittelt und das ziemlich aufdringlich.

Alles kein Problem dachte ich. Wir haben ja die tolle PSD2 und ich hänge einfach einen anderen KIS/ZAD an mein Konto. Aber hier liegt bei der Sparda-BW der Hund begraben. Die PSD2 regelt nur, dass entprechende Schnittstellen zur Verfügung stehen müssen, die den gleichen Leistungsumfang bieten müssen, die die Bank den eigenen Kunden direkt anbietet.

Die PSD2 regelt nicht, dass es ein einheitliches Authentifizierungsverfahren zur Autorisierung für jeden beliebigen KIS/ZAD existieren muss.

Aber ohne Authentifizierungsverfahren kein Zugriff auf das Konto ¯\_(ツ)_/¯. Die Sparda Bank BW hat die PSD2 Lücke also gefunden und sie gleich ausgenutzt.

Mit der Sparda-Secure App als TAN Verfahren sperrt die Sparda BW also andere Diensteleister aus in dem einfach keine Authentifizierung mit anderen externen Dienstleistern stattfinden kann. Als mobile Bankinglösungen steht also nur noch die TEO App zur Verfügung. (Wer Banking am PC betreiben möchte, dem steht Starmoney noch zur Verfügung)

Ich werde also zu einem alternativlosen externen Diensteleister buxiert, der mich mit Provisionsgeschäften und Werbung nervt. Mein Anspruch an Banking ist mobiles Banking von überall, offene Schnittstellen zu beliebigen Diensten, die ich mir selbst aussuche. Ich will, dass meine Bank techhnologisch auf der Höhe der Zeit ist und ich will nur Banking und kein Werbeportal.

In einem Gespräch mit dem Sparda-Bank BW Support wurde auch klar, dass die Sparda-Bank BW ab dem April 2020 auch die eigene Onlinebanking Website abschalten wird um dies durch die Webversion von TEO zu ersetzen. Die Deadline ist also gesetzt.

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