Zum Inhalt springen

UL Flug Theorieausbildung

Vor etwas über einem Jahr habe ich eine Ultraleicht Flugausbildung begonnen. Jetzt, knapp 12 Monate später habe ich die Ausbildung taufrisch abgeschlossen und möchte von dem Weg dort hin und den vielen unglaublich schönen Eindrücken in dieser Zeit erzählen sowie einen kleinen Ausblick geben wie es für mich nun mit dem Fliegen weitergehen wird.

Üblicherweise finden die Theoriestunden in den Wintermonaten statt. So kann man die Zeit nutzen in der die Tage sowieso etwas zu kurz sind um ordentlich fliegen zu können. Der Unterricht zieht sich je nach Unterrichtskonzept über mehrere Monate hinweg. In meinem Fall an den Wochenenden Samstag/Sonntag sowie einem zusätzlichen abendlichen Termin unter der Woche.

Mit dem Unterricht meiner Fahrschule im Hinterkopf hatte ich anfangs Angst, dass die Theorieausbildung eintönig und langweilig wird. Mein Fluglehrer hat den Stoff aber immer wieder mit seiner Praxiserfahrung angereichert und damit Unterricht immer wieder aufgelockert, weshalb vieles einfach gut im Gedächtnis hängen geblieben ist. Für mich war der Theorieunterricht sehr kurzweilig und angenehm.

Die Theoriausbildung besteht aus den Fächern Luftrecht, Navigation, Flugfunk, Meteorologie, Technik, pyrotechnische Einweisung, Verhalten in besonderen Fällen und Menschliches Leistungsvermögen.

Ich will nicht verschweigen, dass es ein paar Fächer gibt, die klassischerweise vielen Flugschülern Schwierigkeiten bereiten: Navigation, Meteorologie und Luftrecht.

Für die Navigationsaufgaben braucht man eine gute, logische Herleitung für alle notwendigen Schritte. Dann muss man viele, viele Aufgaben rechnen um eine Routine und Geschwindigkeit zu bekommen und das kostet einiges an Zeit, auch außerhalb des Unterrichts. Ab einem gewissen Punkt aber laufen die Navigationsaufgaben wie selbstverständlich von der Hand und ich habe irgendwann richtig Spaß daran gefunden. Inzwischen beherrsche ich das im Schlaf und so muss es für die Prüfung und danach auch sein.

Für die Meteorologie benötigt man leider einen gewissen Grundstock an Fachwissen um viele Sachverhalte und Zusammenhänge verstehen zu können. Die Lernkurve hier ist anfangs sehr lange flach, bis sie irgendwann ansteigt. Hier braucht man Durchhaltevermögen und darf nicht zu schnell aufgeben. Fachliteratur zum Querlesen hat mir da geholfen. Auch hilft es sich über längere Zeit hinweg über die Flugwetterseite des DWD das aktuelle Wettergeschehen anzuschauen, um ein Gespür für die aktuellen Wetterlagen zu bekommen.

Das Luftrecht ist tatsächlich trocken. Da hilft es nur sich das entsprechende Kapitel im Ultraleichtfliegen kompakt durchzulesen und die Prüfungsfragen aus dem Katalog so lange durch zu gehen bis die Antworten zu den Fragen sitzen.

Die theoretische Prüfung besteht bis auf die Navigationsaufgabe komplett aus Fragen aus einem Standardkatalog. Bei der Prüfung selbst hat man aber einen gewissen Zeitdruck. Hier ist es praktisch, wenn man sich vorher einmal künstlich die Prüfungssituation geschaffen hat. Eine Stoppuhr, eine Beispielprüfung und eine Navigationsaufgabe. Los gehts!

Die Prüfungssituation selbst war zwar stressig aber ein Fach nach dem anderen konnte ich konzentriert abarbeiten und hatte alle Fächer beim Erstversuch bestanden. So wünscht man sich das.

Was hatte ich an Unterlagen und Hilfsmittel für den Theoriekurs und was kann ich empfehlen?

  • Generell empfiehlt es sich eine DULV Mitgliedschaft abzuschließen. Ich glaube das ist eine gute Sache. Der DULV stärkt den UL-Fliegern ungemein den Rücken und hat sich seit langem z.B. für die Möglichkeit eingesetzt, dass es seit diesem Jahr eine UL 600kg Klasse gibt in die einige Muster aufgelastet werden können. Auch wird die Prüfungsanmeldung über den DULV laufen und das Personal dort ist super nett und bearbeitet die Anträge zügig. Über den DULV lässt sich eine Art „Willkommenspaket“ bestellen mit einem Prüfungsfragen-Katalog, einer nützlichen Kompasrose mit Kilometerskala für das schnelle ablesen von Distanzen auf er 1:500.000 ICAO Karte und ein wirklich sinnvoll gestaltetes Formblatt für die Navigationsaufgaben.
  • Das Buch Ultraleichtfliegen kompakt ist so etwas wie ein Standardwerk mit dem Ihr Euch auch beschäftigen könnt, wenn ihr mit dem Gedanken spielt eine Flugausbildung anzufangen. Ich blättere immer noch ab und zu darin. Ein absolutes Muss.
  • Beim Navigationsbesteck empfiehlt es sich seinen eigenen Satz zuzulegen. Zirkel, Druckbleistift, Lineal 30cm, Geometrie-Dreieck, 1:500.000 ICAO Karte aus der Region. Ob das Kartenmaterial während der Ausbildung aktuell ist ist nicht wichtig. Nur wenn Ihr eine Vergleichbarkeit zu den anderen Flugschülern haben wollt, stellt sicher, dass die Karten untereinander gleich sind. Es kann große Änderungen innerhalb eines Jahres geben.
  • Ein Zugang zu www.flugwetter.de/ für das Wetter Selfbriefing.
  • Für die Flugplanung fand ich das Formblatt vom LBA sehr hilfreich.
  • Der Fliegertaschenkalender ist ein gutes Nachgeschlagewerk mit gesetzlichen Regelungen, Anflugkarten zu Flugplätzen und Standardverfahren. Er gehört später auch immer mit in die Flugtasche. Während der Ausbildung muss es auch kein brandneues Exemplar sein. Zur Praxis sollte es dann aber ein eigener aktueller sein.

Genug der Theorie. Weiter geht es mit der Praxisausbildung.

Gefällt dir der Beitrag?

Schreibe dich in den Newsletter ein und bekomme in unregelmäßigen Abständen zusammenfassende Newsletter mit den neuesten Beiträgen. Ich halte es minimalistisch. Versprochen.

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*