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Pilotentasche – was ist drin?

Über die Zeit lernt man welche Gegenstände beim Fliegen nützlich sind und welche überflüssig. Gerne würde ich auch hier mehr Minimalismus leben aber als Pilot versucht man sich natürlich auch auf unvorhergesehene Dinge vorzubereiten.

Ich packe meine Tasche zu jedem Flug von neuem mit Hilfe einer kleinen Checkliste, die ich mir über die Zeit zusammengestellt habe um nichts zu vergessen und das erweist sich immer wieder als sehr nützlich. So habe ich die Tasche zum einen sehr schnell gepackt und kann guten Gewissens das Haus verlassen und zum Flugplatz gehen.

Zunächst zum Headset. Das Bose A20 oder das Lightspeed Zulu 2 ist für mich unerlässlich. Wenn man sich erst einmal an Geräuschunterdrückende Kopfhörer gewöhnt hat will man keine anderen Headsets mehr verwenden. Ich hatte hier über die Beiden geschrieben.

Flugbuch

Das Flugbuch ist eine Urkunde für den Piloten in dem alle Flüge in denen ich entweder als Schüler oder als Pilot aktiv war eingetragen sind. Es ist praktisch mein kompletter fliegerischer Lebenslauf hier niedergeschrieben. Nach jedem Flug werden hier die Flugplätze, Strecken, Zeiten und Landungen vermerkt.

Geld

Bargeld ist in der Fliegerei wie ich sie bis jetzt kennengelernt habe noch ein Ding. Nur wenige der kleinen Flugplätze akzeptieren Kartenzahlung. Deshalb habe ich mir zur Gewohnheit gemacht zum einen Geld für erwartbare Ausgaben sowie für Notfälle mitzunehmen.

Erwartbar sind Ausgaben für Landegebühren, die je nach Flugplatz für die UL-Flugzeuge zwischen 4 und 8€ liegen. Außerdem will ich damit auch die Verpflegung decken wenn man an einem fremden Platz etwas essen oder trinken möchte.

Für Notfälle möchte ich immer mindestens 50€ als Sicherheit dabei haben. Dieses Geld soll dafür sorgen, dass ich noch ein paar Liter Sprit nachtanken kann oder ich mit einem Taxi zum nächsten Bahnhof komme.

Batterien

Bei den Batterien handelt es sich um Ersatzbatterien für mein Headset oder das des Passagiers. Es kann immer mal passieren, dass man vergessen hat die Akkus im Headset zu laden und die Eneloop Akkus weisen eine so geringe Selbstentladung auf, dass ich sie bedenkenlos auch längere Zeit ohne Zwischenladung mitführen kann.

Snack

Studentenfutter als kleiner Snack zwischendurch ist ein idealer Begleiter. Das Zeug hält sich lange Zeit und liegt immer griffbereit wenn man mal sein Hungergefühl an einem langen Flugtag daheim vergessen hat und sich dann der Magen auf einmal meldet.

Powerbank und Ladekabel

Beim Fliegen ist das Smartphone nicht weg zu denken. Es ist super wichtig, dass Wetterberichte, NOTAMs oder aktuelle Meldungen der Webseiten der Flugplätze so aktuell wie möglich sind. Auch als Notfall Navigationssystem mit offline Kartenmaterial benutze ich das Gerät. Um so wichtiger, dass auch an einem langen Tag der Betrieb des Smartphones unbedingt sicher gestellt ist.

Wasser

Stay hydrated! Gerade an warmen Tagen heizt sich das Cockpit im Flug recht stark auf und man öffnet die Luftzufuhr um die Temperatur zu regulieren. Man sitzt praktisch in einem leichten Luftzug bei idR. recht trockener Luft. Die Wasserflasche ist bei mir immer voll und griffbereit wenn ich in die Maschine steige. Leitungswasser gibt es an fast jedem Flugplatz.

Navigationsbesteck

Meine Flugplanung hört nicht damit auf, dass ich am Vortag oder früh morgens vor dem Flug alles fertig stelle. Wenn es Verschiebungen gibt oder ich kurzfristig doch eine andere Strecke fliege will ich umdisponieren können. Deshalb nehme ich immer das komplette Navigationsbesteck, bestehend aus: Kugelschreiber, Druckbleistift, Radiergummi, Zirkel, Lineal, Geodreieck, Kompasrose sowie der ICAO 1:500´000 Karte mit. Nur so kann ich auch flexibel auf Änderungen reagieren.

Fliegertaschenkalender

Der Fliegertaschenkalender beinhaltet Flugplatzdaten, Anflugkarten, Informationen zum VFR Flugverkehr, wichtige Adressen, Luftverkehrsregeln, Informationen zur Flugsicherheit usw. Kurzum: ein Dauerbegleiter und Nachschlagewerk.

(Sonnen-) Brille

Wer wie ich Brillenträger ist muss eine zweite Brille mitführen. Hauptsächlich ist die Sonnenbrille in Sehstärke aber (für mich) die einzige Möglichkeit über längere Zeit mit direkter Sonneneinstrahlung zu fliegen. Am Boden habe ich damit weniger ein Problem als in der Luft. Die Maschine ist an vier Seiten verglast und über den Tag bekommt man so eine Menge an Sonnenlicht ab. Vom Boden aus sieht man Flugzeuge am Himmel prima. In der Luft befinden sich andere Flugzeuge aber in aller Regel im Sichtbereich zwischen dem Flugzeug und dem Land am Boden. Hier ist man über jede Möglichkeit froh die kleinen Maschinen gegenüber Feldern und Wäldern ausmachen zu können. Die Sonnenbrille ist unerlässlich.

Anflugkarten

Die VFR Anflugkarten gibt es für jeden zugänglichen Flugplatz und müssen in der möglichst aktuellsten Fassung für alle Plätze dabei sein die man beim jeweiligen Überlandflug anfliegen möchte. Hier sind die Verläufe der Platzrunden eingezeichnet, die Funkfrequenz(en), Besonderheiten, die es im Anflug oder am Boden gibt, Geräuschempfindliche Bereiche, die nicht überflogen werden sollten und eine Karte der Rollwege am Flugplatz um nach der Landung auch den Weg zu den Abstellflächen oder zum Tower zu finden.

Die Anflugkarten vom Heimat und Zielflugplatz sowie vom Alternate müssen beim Flug im Cockpit liegen.

Notizzettel

Bis jetzt wenig benutzt aber im Bedarfsfall kann man Papierflieger bauen, wenn man selbst nicht in die Luft kann weil das Wetter schlecht ist.

Navigationsblatt

Zusätzlich zum fertig ausgefüllten Navigationsblatt nehme ich noch Ersatz Vorlagenblätter mit um unterwegs jederzeit eine neue Berechnung machen zu können. Wie eine Navigationsaufgabe auf so einem Blatt ausschaut habe ich hier dokumentiert.

Flugdurchführungsplan

In dem Flugdurchführungsplan werden markante Punkte auf der Strecke in chronologischer Reihenfolge vor dem Flug aufgeschrieben und mit Streckenzeiten versehen. So kann man stets während des Fluges überprüfen, ob die geplanten Zeiten mit der Realität übereinstimmen. Problematisch sind nämlich Situationen wo man eine Flugzeit von 1h berechnet hat und im Flug dann feststellt, dass aufgrund von anderem Wind nach einer halben Stunde Flugzeit erst 30% der Strecke zurückgelegt wurden. Je nach dem wie man seine Spritberechnung durchgeführt hat wird man so sein Ziel nicht erreichen. Der Flugdurchführungsplan ist somit auch ein Instrument zur Selbstüberprüfung im Flug.

Ich nehme wie bei den Navigationsblättern vier Ersatzbögen mit.

Brillenputztuch

Schlieren auf der Brille nerven und im Flug will ich mir die schöne Aussicht nicht trüben lassen. Auch ist das Brillenputztuch prima um ölige Finger abzuwischen oder Oberflächen im Cockpit reinigen zu können.

Flugschein und Medical

Ohne diese Dokumente geht nichts. Kontrollen an Flugplätzen sind zwar selten aber in die Situation, dass ich ohne Papiere unterwegs bin möchte ich mich auf keinen Fall begeben.

Das Medical ist je nach Alter des Piloten unterschiedlich lange gültig und darf zur Flugtauglichkeit natürlich nicht abgelaufen sein.

„Pilotentasche“

Schon wieder hat sich meine Peak Design Everyday Sling 10L Tasche als nützlich erwiesen. Alle meine Gegenstände finden Platz und ich kann sie prima im Flugzeug verstauen. Viele „Pilotentaschen“, die ich gesehen habe sind super groß und tragen mir zu dick auf. Den Peak Design Everyday Sling benutze ich außerdem als Fototasche, zum Filmen und wenn ich unterwegs bin passt mein Notebook auch noch hinein. Die Tasche hat sich bei mir in den letzten Jahren als echter „daily driver“ entpuppt.

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